Hinterzarten – Kandern ![]()
Da das diesjährige Sommerwetter uns die Bergsession gehörig verdorben hat, zwei Monate vergangen sind und der Schwarzwald Westweg eine gute Möglichkeit bietet, für unsere Tansaniareise zu trainieren hatten wir drei Tage Zeit um die westliche Variante dieser
Tour von Hinterzarten bis ins Rheintal in Angriff zu nehmen.
In Hinterzarten stellten wir das Auto am Bahnhof ab und fanden uns im Zirkus des diesjährigen Sommerskispringen wieder. Es wundert das Skispringen so viele Menschen bewegen kann in so ein kleines Städtchen mitten im tiefsten Schwarzwald zu reisen um sich Männer in Leggins beim Fliegen anzusehen. Wir schlängelten uns vorbei an Zufffenhausener Edelschlitten und fanden endlich den ruhigen, schmalen Aufstieg hoch zum Feldberg der sogar einen eigen Namen hatte ( Emil-Thoma-Weg).
Nichts war mehr vom Trubel in Hinterzarten zu spüren und auch der Regen übertrieb es nicht, so dass wir entspannt vor bei an dem kleinen Weiler ” Am Feldberg” vorbei uns weiter auf den h öchsten Gipfel des Schwarzwaldes hinaufarbeiteten. Der kleine Weiler erfüllt jegliche Vorstellung vom Schwarzwald, umgeben vom Wald, Moor und die für den Schwarzwald typischen Häuser. Wir stärkten uns zwischen durch mit Blaubeeren, welche unsere Münder und die Finger einfärbten.
Es wurde immer steiler und uns kamen am Feldseeblick auf einen schmalen Pfad schon die ersten internationalen Feldbergtouristen entgegen. Am Feldsee blick sahen wir tief unten den See liegen.
Auf dem Feldberg ( 1493 Meter) herrschte der übliche Trubel sowie Sonnenschein und nach einer kurzen Pause ging es bergabwärts über die Stübenwasen nach Notschrei.
Wir hatten wunderschöne Ausblicke und es erstaunte uns immer wieder wieviel der Schwarzwald doch zu bieten hat. Nur die Kilometerangaben auf den Schildern irritierten uns, da sie nach Lust und Laune variierten.
Als es immer dunkler wurde, das Grollen der Gewitter immer näher kam und der Regen immer stärker wurde, waren es noch fünf Kilometer bis zum “Wiedener Eck”.
Es schüttete aus Kübeln, die Wege verwandelten sich in Bäche und und die Gewitter, die in den Tälern umher irrten, ließen ihre Blitze und das Grollen über uns herab.
Durchnäßt und froh, dass uns der Blitz nicht getroffen hat, wurden wir von den Wirtsleuten am “Wiedener Eck” abgeholt und fuhren triefend nass in unser Quartier für die folgende Nacht. Die 27 Kilometer, welche wir vorab gerechnet hatten wurden zu 32 Kilometer und nach 7 Stunden wir waren froh an einem warmen, trockenen Bett.
Es hatte die ganze Nacht geregnet und so begrüßte uns am nächsten Morgen der blaue Himmel. Wir wurden mit dem Auto hoch zum “Wiedener Eck” gebracht und ersparten uns die zwei Kilometer steilen Aufstieg.
Sechs Kilometer waren es laut dem Schild zum “Belchen” (1414 Meter), aber als wir 2 Stunden später immer noch schwitzend unterhalb des Gipfels steil aufstiegen, machten wir uns Sorgen, da immer noch 27 Kilometer bis zu unserem Ziel vor uns lagen.
Der Blick ins Rheintal und die wunderschöne Schwarzwaldlandschaft entschädigte für die Strapazen.
Aber warum beschwere ich mich, wir hätten genau so gut mit der Seilbahn zum “Belchen Haus”fahren können. Nach einer kurzen Pause und unzähligen Gondeltouristen, welche an unserem Tisch vorbei zogen, stiegen wir wieder steil ab zum “Haldenhof “, von wo man einen schönen Blick auf den Hochschwarzwald und zurück zum “Belchen ” hatten. Wir waren umgeben vom Lärm der Motoräder, welche die Serpentinen der Straßen hochheulten.
Nun ging es wieder bergauf und der Weg verlief teilweise auf oder paralell zu Forststraßen. Zwischendurch stärkten wir uns mit wilden Himbeeren oder leckeren Walderdbeeren.
Der Weg zog sich und als wir “Müllheimer Egerten” erreichten war der Blauen ( 1165 Meter) schon zu sehen. Nur die Markierung der Wege ließ zu wünschen übrig und so liefen wir eine große Schleife, bis wir schießlich den Gipfel erreichten.
Das Berggasthaus ließ mit seiner Fassade auf vergangene, bessere Zeiten schließen. Nachdem wir unsere restlichen Vorräte verspeist hatten, ging es noch gute 10 Kilometer durchs Kandertal vorbei an der Ruine Sausenburg Richtung Kandern.
Nach 8 Stunden und 33 Kilometern in den Füßen ließen wir den Abend in einem italienischen Restaurant ausklingen.
Am nächsten Morgen regnete es wieder und wir beschlossen die restliche Strecke mit dem Zug von Kandern zu fahren. Da es in Kandern nur eine historische Eisenbahn mit Dampflock gab, fuhren wir im Schritttempo bis nach Haltingen und von dort mit einer modernen Bahn nach Freiburg, wo wir Anne noch einen Besuch abstatteten und es lecker Schokoriegel und Obst gab.
Titisee – Schopfheim ![]()
Wer von uns hart arbeitenden Menschen hat schon 2 Wochen Zeit um den Westweg im Schwarzwald von Pforzheim nach Basel an einem Stück zu durchlaufen. Also wird dies sicher ein Projekt welches sich über die nächsten Jahre hinziehen wird.

Die erste Etappe geht von Titisee bis nach Schopfheim, nicht weil der Westweg dort startet, aber der Hochschwarzwald mit seinen höchsten Erhebungen reizt einfach. Wir haben uns für die östliche Variante entschieden.
In Titisee (858m) gingen wir vom Bahnhof aus, durch das Rentnerparadies am See entlang, vorbei an Siedlungen von Wohnmobilen. Ständig bergauf, vorbei an Bärental (967m) und weiter hinauf zum Caritasheim. An diesem Weg liegt ein schöner Aussichtspunkt, der Zweiseenblick (1284m) mit Sicht auf den Titisee und Schluchsee.
Da aber noch ein sehr langer Weg vor uns liegt machen wir hier keine Pause, obwohl dieser Platz dazu einlädt. Also Geht es weiter Richtung Feldberg. Am Caritasheim direkt neben dem Feldbergpass herrscht Aufregung, eine wild gewordene Kuh läuft über die Straße und versucht vor den Low-Brainern auf ihren Motorrädern zu entkommen. Um den Feldberg herrscht touristischer Trubel mit Wanderern, Mountenbikern und Motorrädern die in den Wald hinein heulen. Wir steigen auf zum Herzogenhorn (1415m). Eine gigantische Aussicht, hinüber bis zu den Schweizer Alpen und zurück auf den Feldberg.
Nun geht es steil Bergab, vorbei an „Hof Eck“ (1127m), „Auf der Wacht“ (975m) und dann sehr steil, schwitzend hinauf zum „Blößling“ (1309m). Vom Schwarzwaldtourismus, keine Spur, man ist allein, nur die Mückensummen und man kann den Wunderschönen Ausblick zurück zum Herzogenhorn und Feldberg genießen. Nun nur noch wenige Kilometer bis zu unserer Übernachtung dem „Hochkopfhaus“. Jiahu, nach 7 Stunden haben wir die 33 Kilometer des ersten Tages geschafft. Ein schönes etwas kitschiges Wanderheim mit Mottozimmern und einer guten Küche.
Am nächsten morgen ging es weiter Richtung „Hohe Möhr“. Dieser teilweise schlecht ausgeschilderte Weg zieht sich vorbei an St. Antoni, Altensteiner Eck und Kreuz, Schwellen bis man nach 15,5 Kilometern (gefühlt 30Km) den Aussichtsturm der Hohen Möhr (983m) erreicht. Wer noch Kraft und einen paar Ocken hat kann den 25 Meter hohen Turm ersteigen und die Aussicht nach Schopfheim sowie Lörrach bis in die Schweiz genießen, wer es lieber etwas ruhiger mag, kann sich auch an der Grillstelle ausruhen.
Das letzte Stück ca 10 Kilometer bis nach Schopfheim geht es talwärts. Nach 6 Stunden haben wir auch diese 25 Kilometer schöne, einsame und aussichtsreiche Etappe hinter uns gebracht. Leider Fahren die Busse zurück nach Titisee am Wochenende nur bis 15.45 Uhr und somit sahen wir uns damit konfrontiert den großen 2 stündigen Umweg über Basel und Freiburg mit der Bahn zu nehmen.
Ich dachte immer im Schwarzwald zu Wandern wäre etwas für Rentner, aber durch die kurzen steilen, Steigungen sowie die Länge der Etappen ist der Schwarzwald optimal um für größere Ziele in der Welt zu trainieren.

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Kuckuck Marco! Danke für deinen Tourenbericht. Es freut uns sehr, dass sich ein weitgereister und anspruchsvoller Wanderer wie Du für die Wanderregion Hochschwarzwald begeistert. Wir wünschen Dir weiterhin viel Spaß bei deinem “Projekt Westweg”.
PS: Weitere spannende Touren im Südschwarzwald findest du im Blog von Rainer & Claudia, zwei Abenteuerer aus der Region: http://www.rainerundclaudia.de/artikel/abenteuer-schluchtensteig/
Viele Grüße aus dem Hochschwarzwald!
Hallo Marco,
Ich bin heuer den Westweg Ende April / Anfang Mai komplett gelaufen.
Mitunter war´s für mich ganz schön anstrengend, aber es war ein wunderbares Erlebnis. Ich bin allerdings die Westvariante gelaufen. Feldberg, Belchen und Blauen waren schon eine Herausforderung.
Ich hatte mir aber viel Zeit genommen, ich bin ja Rentner.
Liebe Grüße
Frieder
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