Jubiläumsgrad 2010

Jubiläumsgrad von der Zugspitze zur Alpspitze.KML

Um 11 Uhr starteten wir mit der Eibseebahn um wenig später den Touristenrummel an der Zugspitze (2962m) zu begegnen. Noch schnell den höchsten Geocache Deutschlands geloggt, rüber zum Gipfelkreutz und dann ging es auf dem Jubiläumsgrad.

Schon letztes Jahr hatten wir ihn uns vorgenommen, aber da dies nur bei absolut sicheren Wetter möglich ist mußten wir den “Jubi” um ein Jahr verschieben. Dieses Jahr passte es, nur für den nächsten Tag war die Regenwahrscheinlichkeit ab mittags mit 62% angegeben, später auch noch Gewitter, das sollte zu schaffen sein.

Den Steigeisenspuren folgend ging es Richtung Innere Höllentalspitze (2741m) und schon nach den ersten paar Metern zeichnete sich ab, das diese Traumroute nichts für schwache Nerven ist. Die Klettersteigsets konnte man im Rucksack lassen, nur der Helm ist von Nöten, da viele Stellen sehr luftig und ungesichert sind. Meist geht es zwischen 300-500m rechts und links in die Tiefe. Rechts unten sieht man Klettersteigler welche sich wie Ameisen den Höllentalsteig raufarbeiten.

Ständig geht es auf und ab über kleinere Türme über die Abzweigung Brunnentalgrad (2650m) zur Mittleren Höllentalspitze (2742m). Ein wirklich schöner Platz für unsere erste längere Pause.

Langsam kamen wir immer mehr an unsere Grenzen, bisher haben uns längere Klettersteige oder Treks in Finnland oder im Himalaya uns nicht so große Anstrengungen von uns abverlangt. Das stetige auf und ab, die Kletterei mit Händen und Beinen sowie ungesicherte Passagen setzten uns zu.

Hoch zur Äußeren Höllentalspitze (2720m) ging es kraftmäßig nochmal richtig zur Sache. Wir überlegten uns den Notabstieg zur Knorrhütte zu nehmen, als wir aber sahen, dass dieser Weg auch keine Alternative war und man die Biwakschachtel schon sehen konnte ging es weiter. 19 Uhr kamen wir dann völlig erschöpft an der Höllentalgrathütte an. Diese war schon recht voll und wir beschlossen unter freien Himmel zu nächtigen.

Die Nacht war gigantisch, wir konnten auf der rechten Seite mehrere Wetterleuchten über dem Allgäu sehen auf der linken im Tal leuchtete Garmisch.

Nach ein paar Stunden Schlaf ging es morgens um 5Uhr weiter Richtung Volkarspitze, der Schlüsselstelle. Es wurde immer ausgesetzter und nur die schwierigsten Stellen waren gesichert. Zum Glück schickte uns der Himmel ein Gruppe aus Franken welche uns half den restlichen Weg fortzusetzen. Die Volkarspitze (2618m) ist sehr gut gesichert und mit Armkraft und Ausdauer ist diese auch gut zu bewältigen. Weiter ging es unterhalb vom Hochblassen (2703m) Richtung Alpspitze. Ein wunderschöner Berg, den man nach den stundenlangen Strapatzen kaum geniessen konnte. Die ersten Beinkrämpfe stellten sich ein und unsere 9l Wasser wurden auch schon wieder rausgeschwitzt. Im Schneckentempo ging es hoch zur Alpspitze (2628m). Wir träumten von Trinken und setzten unseren langen weg den Alpspitzklettersteig hinunter zur Alpspitzbahn durch Trauben von Klettersteiglern fort.

13 Uhr kamen wir vollkommen erschöpft an der Alpspitzbahn am Ochsenfelderkopf  an und schütten erst mal zuckerhaltige Getränke in uns hinein.

Auf der einen Seite freuen wir uns diese Traumroute geschaft zu haben, zum anderen haben wir diese Tour auch unterschätzt. Trotzdem war es ein vollkommenes Erlebnis welches uns nicht nur körperlich und mental an unsere Grenzen brachte sondern bei dem wir auch viel gelernt haben.

Eine Antwort zu Jubiläumsgrad 2010

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